Virtuelle Realitäten

XR kann man als Überbegriff für alle Varianten der virtuell erzeugten Welt definieren, die komplett mit der Realität verschmelzen oder eine neue erschaffen. Dabei dient das X als Variable, die man je nach Art der erschaffenen Welt ersetzt. XR wird auch als Extended Reality bezeichnet.

Man kann prinzipiell zwischen drei verschiedenen Bereichen unterscheiden – Virtual Reality (VR), Mixed Reality (MR) und Augmented Reality (AR).

Wenn du dir direkt ein paar XR-Projekte anschauen willst, dann schau hier oder bei den Studierendenprojekten vorbei.

Virtual Reality

Wohl am bekanntesten und verbreitetsten ist hierbei VR, also die komplett virtuell erzeugte Realität, mit der man direkt oder indirekt interagieren kann. Dabei kommen VR-Brillen (Bild) zum Einsatz, durch die man die virtuelle Realität erlebt. Ein anderer Begriff für Geräte dieser Art ist HMD – Head Mounted Display.

Diese Brillen gibt es in verschiedenen Ausführungen, die auf unterschiedliche Bedürfnisse angepasst sind. Diese können zum Beispiel das eigene Gerät, sei es Computer oder Konsole, individuelle Vorstellungen von der Leistung der Brille oder auch das eigene finanzielle Budget sein.

Dabei muss man sagen, dass die Preise von VR-Brillen mittlerweile in einem Bereich angekommen sind, der es mehr Leuten ermöglicht, sich eine kaufen zu können.
Aber nicht nur im heimischen Wohnzimmer kommen VR-Brillen zum Einsatz. Auch aus Industrie und Forschung sind sie nicht mehr wegzudenken.

Obwohl VR eine tolle Möglichkeit ist, in neue Welten einzutauchen, gibt es immer noch Hürden. Bezüglich der Geräte an sich ist der Tragekomfort aufgrund des Gewichts eingeschränkt und Brillentragende können die Geräte ohne einen passenden Aufsatz nicht richtig nutzen.

Vive und Oculus

Die wohl bekanntesten Marken für VR-Brillen sind Vive und Oculus. Beide stellen VR-Headsets für den PC her, wobei die Vive ausschließlich kabelgebundene Brillen entwickelt und Oculus auch kabellose Modelle wie die Oculus Quest oder Oculus Go produziert. Diese sind günstiger als die PC-gebundenen Varianten. Das Nachfolgemodell der Quest – die Quest 2 – steht allerdings momentan in Deutschland nicht zum Verkauf, da es gegen deutsches Datenschutzrecht verstößt.

PlayStation VR

Für alle, die zuhause schon eine PlayStation 4 haben, könnte auch PlayStation VR interessant sein. Wie bei der PlayStation gibt es ebenso für PSVR Exklusivtitel, die auf keiner anderen Plattform spielbar sind. Der VR-Shooter Farpoint ist ein Beispiel dafür und lässt sich mit einem eigens für PSVR entwickelten Ziel-Controller spielen.

Google Cardboard

Die wohl günstigste Variante unter den VR-Brillen ist Google Cardboard. Dafür kann man sich verschiedene Gehäuse kaufen oder mit einer Anleitung selbst bauen, in die ein Smartphone integriert wird. So kann man mit dem eigenen Handy in die Virtuelle Welt eintauchen.
Ein großes Problem ist hierbei die Steuerung. Da man nur das Smartphone an sich zu Verfügung hat und keine zusätzlichen Controller, erfolgt das Steuern über einen Magnetschalter, der direkt am Cardboard angebracht ist.
Demnach ist die Brille weniger für aktive als für passive Erlebnisse wie 360° Videos geeignet.

Augmented Reality

Eine Hand hält ein Tablet über eine Landkarte und zeigt mithilfe von Augmented Reality weitere Inhalte.

Die Erweiterte Realität ist einigen von Euch vielleicht schon ein Begriff – die Idee, dass digital Objekte wie eine zusätzliche Ebene über die Realität gelegt werden. Ein gutes Beispiel dafür ist Google Translate. Mithilfe der Kamera erkennt das Smartphone Text in verschiedenen Sprachen und legt die entsprechende Übersetzung direkt darüber. Ein anderes Beispiel ist Ikea Place. Mit dieser App kann man ganz einfach austesten, wie und ob bestimmte Möbel in die Wohnung passen.

Bei AR ist wichtig, dass die computergenerierten Objekte keine realen Gegenstände erkennen und auch nicht auf diese reagieren. AR-Anwendungen lassen sich gut über Smartphones und Tablets realisieren.

Mixed Reality

Mixed Reality bezieht sich, wie der Name schon andeutet, auf das Vermischen der eigentlichen mit der virtuellen Realität. Der große Unterschied zu AR ist, dass die virtuell erzeugten Objekte nicht nur in die eigentliche Realität projiziert werden, sondern auch mit dieser interagieren.
MR kann mit verschiedenen Geräten erlebt werden. Ähnlich wie bei VR gibt es AR-Brillen wie die HoloLens 2 und die Magic Leap 1. Diese Produkte sind momentan allerdings eher für die Industrie gedacht als für Konsumentinnen und Konsumenten was auch am hohen Preis erkennbar ist.
Bei diesen Brillen gibt es allerdings noch einige Kritikpunkte. Zum Beispiel besitzen diese Brillen ein recht kleines Sichtfeld, was die Immersion und die Darstellung digitaler Inhalte stark einschränkt. Somit können sie in dieser Hinsicht nicht mit VR-Produkten mithalten, die wesentlich größere Sichtfelder haben.
Ebenso wie im AR-Bereich bieten Smartphones und Tablets leicht zugängliche Möglichkeiten, um Mixed Reality zu erleben.

Natürlich fällt auf, dass Augmented und Mixed Reality nah beieinander liegen, da beide die eigentliche Realität erweitern. Der entscheidende Unterschied liegt in der Interaktion mit der realen Welt, was sich im Nutzungserlebnis und Entwicklungsaufwand widerspiegelt.

Magic Leap 1

Die Magic Leap 1 ist ebenso wie die HoloLens 2 eine Mixed-Reality-Brille, die allerdings nicht nur aus einem Headset besteht, sondern ein sogenanntes Lightpack besitzt, das über ein Kabel direkt mit der Brille verbunden ist. Dieses beinhaltet die nötigen Prozessoren und liefert den Strom. Gesteuert werden die Anwendungen mittels Controller, wobei auch Hand- und Eyetracking möglich sind.
Leider verfügt die Magic Leap 1 auch über ein recht geringes Sichtfeld und digitale Objekte werden ab einer gewissen Nähe zum Bildschirm abgeschnitten (Near Clipping), was das Mixed-Reality-Erlebnis mindert.
Die Magic Leap 1 ist zwar günstiger als die HoloLens 2, aber dennoch außerhalb eines Bereichs, der sie massentauglich machen würde.

Microsoft HoloLens 2

Die HoloLens 2 ist ein Mixed-Reality-Gerät, das als kabelloses Headset funktioniert. Steuern kann man deren Anwendungen mit Gesten oder Sprache. Die Brille ist nicht für den Einzelhandel gedacht, sondern zielt eher auf den Industriebereich ab.
Das Sichtfeld der HoloLens 2 ist zwar im Vergleich zum vorherigen Modell größer, aber immer noch weit kleiner als bei VR-Brillen.

Medieninformatik (B. Sc.)